Eine Hand hält eine Glühbirne. Um die Glühbirne sind Grafiken angeordnet. Im Hintergrund zeichnet sich ein Wald mit durchscheinenden Sonnenstrahlen ab.
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Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU)

Das Gemeinsame Unternehmen Circular Bio-based Europe (im Folgenden CBE genannt) ist eine institutionalisierte Europäische Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und dem Konsortium der biobasierten Industrie (Bio-based Industries Consortium, BIC). Die Partnerschaft ist über die Laufzeit 2021-2031 mit zwei Milliarden Euro ausgestattet und folgt grundsätzlich den Horizont Europa Beteiligungsregeln. CBE ist der Rechtsnachfolger des Gemeinsamen Unternehmens BBI, der öffentlich-privaten Partnerschaft zu biobasierten Industrien unter Horizont 2020, und baut auf deren Errungenschaften auf. Neu im Vergleich zur BBI ist ein verstärkter Fokus auf die Umweltleistung, einschließlich der Biodiversität, unter Beachtung der Grundsätze der Kreislaufwirtschaft, der Nachhaltigkeit und der planetarischen Grenzen. Darüber hinaus sollen weitere Gruppen von Agierenden, wie zum Beispiel Primärproduzierende, Regionen mit bislang ungenutztem Bioökonomie-Potential oder nationale und regionale Behörden, stärker eingebunden werden.

Ziel der Partnerschaft ist es, wettbewerbsfähige kreislauforientierte biobasierte Industrien in Europa zu fördern und somit die Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit von Produktions- und Verbrauchssystemen im Einklang mit dem Europäischen Green Deal zu erhöhen. Bis 2030 soll die CBE einen wesentlichen Beitrag zu den europäischen Klimazielen leisten und den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 ebnen. Dazu soll die nachhaltige Erzeugung von Biomasse und deren Umwandlung in biobasierte Produkte verbessert und ausgeweitet werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verarbeitung von Biomasse in multiskaligen Bioraffinerien und der Anwendung von Konzepten der Kreislaufwirtschaft wie der Nutzung organischer Abfälle aus der Landwirtschaft, der Industrie und dem kommunalen Sektor. Darüber hinaus sollen biobasierte Innovationen auf regionaler Ebene zum Einsatz gebracht werden und damit zur wirtschaftlichen Wiederbelebung von ländlichen Regionen beitragen.

Rechtsgrundlage für alle neun institutionalisierten Europäischen Partnerschaften unter Horizont Europa ist eine gemeinsame Verordnung, der sogenannte Single Basic Act (SBA). Der SBA legt neben den allgemeinen Zielen sechs spezifische Ziele für die CBE fest:

  • Intensivierung der interdisziplinären Forschungs- und Innovationstätigkeiten zur Entwicklung und Demonstration nachhaltiger biobasierter Lösungen,
  • Steigerung und Integration der F&I-Kapazitäten der Agierenden in der gesamten EU, um das lokale Potenzial der Bioökonomie zu nutzen,
  • Ausbau der F&I-Kapazitäten zur Bewältigung von Umweltproblemen und zur Entwicklung nachhaltigerer biobasierter Innovationen,
  • Bessere Integration biobasierter F&I-Prozesse in industrielle Wertschöpfungsketten in der EU,
  • Verringerung des Risikos von F&I-Investitionen in biobasierte Unternehmen und Projekte,
  • Sicherstellen, dass Umweltaspekte bei der Entwicklung und Durchführung von biobasierten F&I-Projekten berücksichtigt werden.

Am 30. November 2021 trat die CBE offiziell in Kraft und das Programmbüro nahm seine Arbeit auf. Im ersten und zweiten Quartal 2022 soll die Strategische Forschungs- und Innovationsagenda (SRIA) verabschiedet werden, die genauere Zielvorgaben und die strategische Ausrichtung festlegt. Auf Basis dieser SRIA wird anschließend das erste CBE-Arbeitsprogramm entwickelt. Der erste Aufruf öffnet voraussichtlich im dritten Quartal 2022, die Einreichfrist wird vor Ende 2022 erwartet.

Detailliertere Informationen können Sie dem Entwurf zur CBE-Partnerschaft (Stand Juni 2020) sowie der vorläufigen CBE-Webseite entnehmen.