10.06.2026 Horizont Europa, Missionen, Natürliche Ressourcen, Umwelt
EU-Kommission plant Aktionsplan zur Digitalisierung des Wassersektors
Die Europäische Kommission bereitet einen EU-Aktionsplan vor, der die Digitalisierung der Wasserwirtschaft gezielt vorantreiben soll. Ziel ist eine effizientere, nachhaltigere Bewirtschaftung der Wasserressourcen durch den Einsatz moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz, digitale Leckortung und satellitengestützte Prognosen.
Wasser ist eine der zentralen Ressourcen unserer Zeit und zugleich eine, die durch Klimawandel, steigende Nachfrage und wachsende Wasserknappheit unter erheblichem Druck steht. Überwachungs- und Modellierungstechnologien sind in vielen Mitgliedstaaten noch unzureichend entwickelt, und die digitale Transformation der Branche verläuft zu langsam. In den bestehenden Bewirtschaftungsplänen für Einzugsgebiete fehlen konkrete Maßnahmen zur Digitalisierung der Wasserwirtschaft, ebenso wie einheitliche Leitlinien zu Technologie, Normen für die Überwachung und Standardisierung.
Für das Jahr 2026 ist geplant, einen EU-Aktionsplan zur Digitalisierung des Wassersektors vorzulegen, ergänzt durch eine Forschungsstrategie, die den Sektor durch europäische Innovationen digitaler und effizienter aufstellen soll.
Konkret sollen digitale Technologien auf breiter Ebene Einzug in die Wasserwirtschaft halten. KI-gestützte Anwendungen, digitale Leckortung und satellitengestützte Prognosen stehen im Mittelpunkt des geplanten Maßnahmenpakets. Digitale Zwillinge eröffnen zudem neue Möglichkeiten für die Klimaanpassung im städtischen Raum, indem sie datenbasierte Entscheidungen über Infrastrukturplanung und -betrieb ermöglichen.
Begleitet wird der Digitalisierungsschub durch Investitionen. Über 15 Milliarden Euro an geplanten Finanzmitteln sollen im Zeitraum 2025–2027 bereitgestellt werden, unter anderem durch ein neues Wasserprogramm der Europäischen Investitionsbank. Darüber hinaus plant die Kommission, die Echtzeit-Frühwarn- und Überwachungssysteme im Copernicus-Dienst für Katastrophen- und Krisenmanagement zu stärken, um vor Dürren und Hochwasserereignissen frühzeitig warnen zu können.
Interessierte können sich noch bis zum 24. Juni 2026 auf der Plattform Have your say der Europäischen Kommission einbringen. Eine Beteiligung an der Konsultation ist für Forschungseinrichtungen, Wasserversorgende, kommunale Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen gleichermaßen relevant.